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Ab 50 Jahren: Das entscheidet, wie lange du noch lebst

Ältere Personen sollten aktuellen Erkenntnissen zufolge auf gleich fünf Risikofaktoren achten. Sie haben großen Einfluss auf die weitere Gesundheit.

Älteres Paar sitzt auf der Couch
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Bewegungsmangel macht krank! WHO-Bericht zeigt, um Deutsche steht es schlecht

Vielen ist es nicht bewusst, doch ein Risikofaktor für die Gesundheit ist Bewegungsmangel. Der aktuelle WHO-Bericht zeigt, dass es um die Gesundheit der Deutschen besonders schlecht steht.

Eine internationale Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), in die gesammelte Personendaten aus 39 Ländern eingeflossen sind, zeigt, dass sich gleich fünf Risikofaktoren ab einem Alter von 50 Jahren stark auf die Lebenserwartung auswirken können.

Lebenserwartung: Vorsicht bei diesen Beschwerden

Wer mit 50 Jahren keinen Bluthochdruck hat, nicht raucht, normale Cholesterinwerte aufweist, kein Diabetes hat und ein gesundes Gewicht hält, hat im Schnitt eine über ein Jahrzehnt höhere Lebenserwartung – und bleibt dabei deutlich länger frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das fanden über 120 Forschende in ihrer Untersuchung heraus, die am 31. März 2025 im Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde.

„Die fünf klassischen Risikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Unter- oder Übergewicht beziehungsweise Adipositas und hohe Cholesterinwerte sind weltweit für etwa die Hälfte aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich“, zitiert Deutsche Welle Christina Magnussen, die Erstautorin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie des UKE. „Wir wollten wissen, wie sich die Abwesenheit oder Kontrolle dieser Faktoren auf die Lebenszeit auswirkt.“

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Unterschiede bei Männern und Frauen

Insgesamt hatte man dazu die Daten von über zwei Millionen Menschen für die Studie ausgewertet. Dabei zeigte sich: Im Vergleich zu Menschen, die alle fünf Risikofaktoren aufweisen, leben Frauen ohne diese Risiken im Schnitt 13,3 Jahre länger ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung und 14,5 Jahre länger insgesamt. Bei Männern sind es 10,6 Jahre mehr ohne Erkrankung und 11,8 zusätzliche Lebensjahre.

Besonders deutlich wird der Unterschied bei der Betrachtung des Risikos. Denn während Frauen mit allen fünf gesundheitsgefährdenden Faktoren eine Wahrscheinlichkeit von 24 Prozent für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bis zum 90. Lebensjahr haben, liegt sie bei Männern sogar bei 38 Prozent.

Die Wissenschaftler*innen zeigen auch, dass jede einzelne Maßnahme zählt. Schon das Fehlen eines Einflusses wie Rauchen oder Bluthochdruck kann spürbare Auswirkungen auf die Lebenserwartung haben.

Veränderung lohnt sich auch mit Mitte 50

Selbst wer mit 55 Jahren noch nicht alle Risikofaktoren im Griff hat, kann durch gezielte Verhaltensänderungen viel gewinnen. Den größten Effekt hat laut Studie die Kontrolle von Bluthochdruck, weil sie die meisten zusätzlichen Jahre ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung einbringt. Wer dagegen mit dem Rauchen aufhört, verlängert vor allem die allgemeine Lebenserwartung.

Die Studie macht deutlich: Auch in der Lebensmitte ist es nicht zu spät, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Wer auf seine Werte achtet und schlechte Gewohnheiten ablegt, erhöht die Chance auf ein langes Leben – und das mit möglichst wenig Einschränkungen durch chronische Erkrankungen.

Quellen: Global Effect of Cardiovascular Risk Factors on Lifetime Estimates (2025, New England Journal of Medicine)

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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