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Gasheizung schlägt Wärmepumpe – aber nur in diesem Fall

Die meisten gehen davon aus, dass Wärmepumpen die bessere Wahl sind – und fast immer stimmt das auch. Doch gibt es einen Fall, in dem sich das umkehrt.

Gasheizung neben einer Wärmepumpe
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Wärmepumpen gelten als das Heizsystem der Zukunft – klimafreundlich, effizient und auf lange Sicht günstiger. Eine aktuelle Studie von Octopus Energy zusammen mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zeigt aber: Es gibt tatsächlich eine Situation, in der die altbewährte Gasheizung vorne liegt. Entscheidend ist dabei vor allem, wie sich Strom- und Gaspreise in den nächsten Jahren entwickeln.

Gegen Gasheizung: Wärmepumpe fast immer obenauf

Die Studie hat verschiedene Haustypen untersucht, Baujahre von 1919 bis 1994, in Berchtesgaden und Potsdam. Es wurden sowohl Wärmepumpen als auch moderne Gasheizungen betrachtet – jeweils mit Radiatoren oder Fußbodenheizung.

Das Ergebnis: Wenn du dir heute eine Wärmepumpe einbauen lässt und die aktuelle Förderung bekommst, fährst du in jedem Fall langfristig günstiger – egal ob dein Haus alt oder neu ist, ob du Radiatoren oder eine Fußbodenheizung hast.

Selbst ohne Förderung lohnt sich die Wärmepumpe in Häusern mit Fußbodenheizung – sofern die Energiepreise dem sogenannten Preisszenario A folgen. Dieses Szenario geht davon aus, dass Strom in Zukunft günstiger wird, Gas aber teurer.

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Gas hat in einem Fall die Nase vorn

Anders sieht es im Preisszenario B aus – hier steigen Strom- und Gaspreise gleichzeitig. In diesem Fall bleibt der Gas-Brennwertkessel ohne Förderung über einen Zeitraum von zwanzig Jahren günstiger – besonders in älteren Häusern mit Radiatoren.

Mit anderen Worten: Die Gasheizung hat nur dann die Nase vorn, wenn du keine Förderung bekommst, dein Haus Radiatoren hat und sich Strom und Gas ähnlich entwickeln. Wärmepumpen kosten in der Anschaffung mehr als eine Gasheizung – das ist bekannt. Aber mit Förderung rechnet sich die Investition deutlich schneller:

  • In Häusern mit Fußbodenheizung nach etwa fünf bis sieben Jahren
  • In Gebäuden mit Radiatoren nach acht bis dreizehn Jahren

Ohne Förderung dauert es rund zwanzig Jahre, bis sich die Wärmepumpe finanziell lohnt. Und im „Gas-und-Strom-werden-gleich-teurer“-Szenario (Preisszenario B) schneidet die Wärmepumpe sogar nach zwanzig Jahren noch schlechter ab als die Gasheizung.

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„Förderung bleibt vorerst erforderlich“

„Die Studie zeigt klar: Eine Förderung bleibt vorerst erforderlich, damit Wärmepumpen in allen Gebäuden und unter allen Preisszenarien die günstigere Alternative sind“, betonte Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany. „Mittel- bis langfristig müssen sich Wärmepumpen jedoch am Markt behaupten.“

Was aus Gierulls Sicht passieren muss:

  • Die Stromsteuer und Netzentgelte müssen runter, damit Strom im Vergleich zu Gas günstiger wird
  • Ein höherer CO-Preis, um den Umweltvorteil auch wirtschaftlich spürbar zu machen
  • Weniger Bürokratie und schnellere, einfachere Installationen, damit mehr Nutzer*innen überhaupt die Chance haben umzurüsten

In den allermeisten Fällen lohnt sich eine Wärmepumpe also – besonders mit Förderung und wenn du eine Fußbodenheizung hast. Aber: Wenn Radiatoren verbaut sind, du keine Förderung bekommst und Energiepreise ungünstig steigen, dann kann die Gasheizung wirtschaftlich die Nase vorn haben.

Quelle: Octopus Energy Germany GmbH

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