Der japanische Soft- und Hardwareentwickler will Scalper*innen beim Start der Nintendo Switch 2 in die Schranken weisen und setzt dafür auf eine große Menge an Konsolen. Präsident Shuntaro Furukawa versicherte, das Unternehmen habe aus den Fehlern beim ersten Switch-Launch gelernt und werde genug Geräte für alle bereitstellen. Um einen Vorsprung bei der Produktion zu bekommen, wurde das Release von Ende 2024 auf 2025 verschoben. Das Ziel: So viele Konsolen auf den Markt zu bringen, dass sich das Geschäft mit überteuerten Weiterverkäufen nicht mehr lohnt.
Nintendo Switch 2 ohne Knappheit?
Beim Launch der ersten Hybrid-Konsole im Jahr 2017 gab es massive Lieferengpässe, wodurch viele Nutzende auf teure Angebote von Wiederverkäufer*innen ausweichen mussten. Selbst Jahre später hatte Nintendo noch Schwierigkeiten, die hohe Nachfrage zu bedienen – verstärkt durch die Chip-Knappheit während der Covid-19-Pandemie. Auch eine erhöhte Produktion konnte das Problem nicht vollständig lösen. Diesmal will Nintendo besser vorbereitet sein und eine Wiederholung dieser Situation vermeiden.
Das größte Problem sind Bots, die Online-Shops in Sekundenschnelle leerkaufen, bevor echte Käufer*innen eine Chance haben. Händler wie Best Buy und Walmart haben es in der Vergangenheit nicht geschafft, solche automatisierten Käufe zu stoppen. Der Hersteller hat keinen direkten Einfluss darauf, wie diese Shops die Nintendo Switch 2 verkaufen, kann aber Druck machen, damit sie faire Kaufmechanismen einführen. Falls sich Händler nicht anpassen, könnten Scalper*innen trotzdem wieder das Geschäft übernehmen.
Eine mögliche Lösung ist, verstärkt auf Verkäufe in stationären Geschäften zu setzen. Die PlayStation 5 und Xbox Series X waren zum Start nur online verfügbar, was den Bots einen großen Vorteil verschaffte. Gegenüber Nikkei Asia (Paywall) zeigte sich Furukawa sicher: Wenn Nintendo sicherstelle, dass genug Konsolen in den Handel kommen, haben Kund*innen eine bessere Chance, ein Gerät zum regulären Preis zu ergattern. Das funktioniert aber nur, wenn die Läden mitziehen und gerechte Verkaufsbedingungen schaffen.
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Keine absolute Sicherheit
Falls Nintendo es schafft, genug Konsolen zu produzieren, könnten Scalper*innen es schwer haben, mit überteuerten Weiterverkäufen Gewinne zu machen. Ein hohes Angebot könnte verhindern, dass künstliche Knappheit entsteht. Allerdings könnte selbst eine große Produktionsmenge nicht ausreichen, wenn die Nintendo Switch 2 genauso beliebt wird wie ihr Vorgänger. Scalper*innen brauchen nur einen kleinen Teil des Bestands zu horten, um Engpässe zu erzeugen und die Preise in die Höhe zu treiben.
Ob Nintendo seinen Plan erfolgreich umsetzen kann, hängt von der Produktionsmenge, der Zusammenarbeit mit Händler und der tatsächlichen Nachfrage ab. Falls genug Konsolen verfügbar sind, werden die meisten Kund*innen kein Problem haben, eine zu bekommen. Sollten Händler jedoch keine Maßnahmen gegen Bots ergreifen, könnten die Preise trotzdem explodieren. Nintendo hat eine gute Strategie, doch ob sie wirklich funktioniert, zeigt sich erst beim Verkaufsstart.
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Quelle: Nikkei Asia
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