Immer wieder machen Forschende bedeutende archäologische Funde. Die spannendsten darunter sind allerdings jene, deren Ursprung oder Bedeutung bis heute nicht ganz klar ist. Kein Wunder, dass viele diesen Bereich der Wissenschaft besonders faszinierend finden.
Archäologische Funde: Diese Entdeckungen sorgen für Rätsel
Wer an archäologische Funde denkt, denkt wahrscheinlich recht schnell an Figuren wie Indiana Jones oder das alte Ägypten. Tatsächlich beschäftigt sich die Archäologie aber mit deutlich mehr als abenteuerlicher Schatzsuche und der menschlichen Zivilisation vor tausenden von Jahren. Denn eigentlich geht es um die materiellen Hinterlassenschaften des Menschen, wie etwa Gebäude, Werkzeuge und Kunstwerke. Dazu umfasst sie einen deutlich längeren Zeitraum, beginnend bei den ersten Steinwerkzeugen vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis in die nähere Gegenwart.
Die eher romantisierte Vorstellung dieser Forschung mit ihren rätselhaften Entdeckungen und den aufregenden Ausgrabungen wird durch die folgenden Beispiele allerdings sehr stark befeuert.

#1 Die Nazca-Linien
Rund 322 Kilometer südöstlich von Lima, in einer ausgetrockneten Wüste, die weniger als einen Zentimeter Niederschlag pro Jahr abbekommt, liegt ein weiteres archäologisches Rätsel, das die Wissenschaft auf der ganzen Welte noch immer vor Rätsel stellt: Die Nazca-Linien.
Wer sie einmal gesehen hat, wird ebenso fasziniert sein.

Diese Funde, die zu Ehren der nächstgelegenen Stadt benannt wurden, sind eine Ansammlung einzigartiger Formen, die erstmals von Verkehrsflugzeugen entdeckt wurden. Die bisher bekannten Exemplare variieren und umfassen Trapezoide, gerade Linien, Rechtecke und Wirbel.
Wenn man genau hinsieht, handelt es sich bei diesen Formen um die Umrisse von Tieren. Man hat zum Beispiel jene eines Kolibris und eines Affen gesehen. Manche sind aber auch Darstellungen von Pflanzen. Forschende glauben zwar, dass es sich um Handarbeiten der präinkaischen Nazca-Kultur handelt, sind aber über deren Zweck ratlos.
Spannend: Erst kürzlich machte man mittels KI einen weiteren archäologischen Fund zu den Nazca-Linien.
#2 Die Sanxingdui-Kultur
Das Geheimnis der Sanxingdui-Zivilisation, einer Kultur, die vor etwa 3.000 Jahren ein Ende fand, besteht darin, dass sie keine Fußabdrücke im Sand der Zeit hinterlassen hat. Dabei handelt es sich um eine Zivilisation in Südwest-China auf dem Territorium des alten Staates Shu in der Zeit der Shang-Dynastie.
Sie ist selbst bis heute nur wenig erforscht.

In der gleichnamige archäologische Sanxingdui-Stätte fanden Forschende bemerkenswerte Artefakte. Entdeckt wurde sie 1929 beim Ausheben eines Brunnens. Ein Bauer stieß damals auf zahlreiche Jade-Relikte. Ein weiteres Absuchen der Umgebung führte bis 1986 vorerst jedoch zu keinem weiteren archäologischen Fund.
Erst dann legten Arbeiter durch Zufall Opfergruben frei, die tausende von goldenen, bronzenen, jadenen und getöpferten Artefakten enthielten. Erstaunlich war dies für Forschende, weil deren kunstvoller Stil völlig unbekannt war. Zwar lassen sich diese Schätze der Sanxingdui-Zivilisation zuschreiben.
Warum die Mitglieder dieser alten Kultur so viele Artefakte in Gruben vergruben und spurlos verschwanden, ist jedoch bislang ungeklärt.
#3 Der Göbekli Tepe
Weniger bekannt als Stonehenge und die Pyramiden ist der Göbekli Tepe (türkisch für „bauchiger Hügel“). Der prähistorischer Fundort liegt 15 Kilometer nordöstlich der südostanatolischen Stadt Şanlıurfa in der Türkei auf dem mit 750 Metern höchsten Punkt der Bergkette von Germuş. Entstanden ist er durch wiederholte Besiedlung.
Schon seit Mitte der 1990er Jahre wird er als Langzeitprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts ausgegraben.

Die archäologischen Funde, die auf diesem Hügel gemacht wurden, stellen eine lange gültige Hypothese in Frage. Denn eigentlich galt es schon immer als nahezu unumstößliche Tatsache, dass die Menschen zuerst ihre Siedlungen errichteten, dann mit dem Ackerbau begannen und schließlich Kultstätten, wie Tempel oder Schreine, errichteten.
So könnten die Erbauer von Göbekli Tepe, der als erster Tempel der Erde gilt und Stonehenge um sechs Jahrtausende voraus ist, aufgrund der überwältigenden Anzahl jagdbezogener Funde auf dem Gelände jedoch Jäger gewesen sein. In gewisser Weise ist Göbekli Tepe ein faszinierendes Rätsel, weil es auf die Bedeutung von Kultstätten in frühen Zivilisationen hinweist.
#4 Die Kupferrolle von Qumran
Ein weiteres Mysterium stellt die Kupferrolle von Qumran dar. Die antike hebräische Schriftrolle aus Kupferblech gehört zu den Schriftrollen vom Toten Meer, auch Qumran-Handschriften von genannt. Dabei handelt es sich um eine Reihe von antiken jüdischen Texten, die elf Höhlen nahe der archäologischen Stätte Khirbet Qumran im Westjordanland zugeordnet werden.
Sie werden von vielen als die größten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts betrachtet.

Eine dieser Schriftrollen war allerdings nicht wie die anderen aus Leder oder Pergament, sondern aus Kupfer gemacht. Darauf fand sich eine Auflistung von Orten mit Angaben, wie viel Gold, Silber oder Gefäße mit Priesterabgaben dort deponiert wurden. Der Vorrat soll einen Wert von fast 3 Milliarden Dollar haben und in verschiedenen Regionen Israels versteckt sein.
Bis heute hat niemand den genauen Standort dieses riesigen Verstecks herausgefunden. Auch die Sprache, in der die Kupferrolle geschrieben wurde – mit einem hebräischen Stil, der 800 Jahre älter ist als die Schriftrolle selbst –, ist ebenso rätselhaft wie die Orte, an denen sich das Versteck befand.
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#5 Das Grab des Tutanchamun
Tutanchamun ist der berühmteste ägyptische Pharao. Dennoch ist an der Herrschaft des jungen Königs, der im Alter von 19 Jahren starb, nichts Besonderes. Seine moderne Berühmtheit verdankt er den aufsehenerregenden Entdeckungen des britischen Archäologen Howard Carter.
Übrigens: Ein interessanter Fakt über Tutanchamun ist, dass er bereits im Alter von nur neun Jahren zum Pharao gekrönt wurde.

Dieser archäologische Fund war von großer Bedeutung, denn er gilt als das am besten erhaltene Grab, das je im Tal der Könige gefunden wurde. Die Welt staunte nicht schlecht, als der Archäologe faszinierende Details darüber enthüllte, wie die Ägypter ihre Könige bestatteten.
Doch nicht alles, was den jungen König und sein Grab betrifft, ist geklärt. Zum Beispiel haben die Forschenden noch nicht herausgefunden, woran Pharao Tutanchamun gestorben ist, vor allem nicht in diesem zarten Alter. Da sein Grab für einen Pharao winzig aussieht, rätseln die Archäolog*innen, ob es sich um das echte Grab oder um das eines anderen handelt, das nach dem Tod des Königs umfunktioniert wurde.
Lesetipp: Dieser archäologische Fund ist ein „geometrisches Wunder“
#6 Die ägyptischen Pyramiden
Ägypten wird von vielen als die Wiege der westlichen Zivilisation und als intellektuelle Quelle Griechenlands und Roms angesehen. Nicht ohne Grund hat es die Menschheit immer wieder fasziniert. Auch historisch bedeutende Persönlichkeiten wie Napoleon Bonaparte fesselte das Mystische, das von dem Land ausgeht.
Es ist eine archäologische und historische Fundgrube, die ihresgleichen sucht.

Dennoch wird Ägypten mehr mit den Pyramiden in Verbindung gebracht als mit dem Nil – oder mit irgendetwas anderem. Die Pyramiden wurden aus mehr als 2.300.000 Blöcken mit einem Durchschnittsgewicht von 2,5 Tonnen erbaut, und Archäolog*innen und Historiker*innen rätseln noch heute, wie sie gebaut wurden.
Nicht ohne Grund versuchte man erst vor zwei Jahren anhand von Experimenten vor Ort die Bauweise der antiken Meister nachzuahmen und neue Erkenntnisse darüber zu erlangen.
#7 Stonehenge
In der Salisbury-Ebene, etwa 142 Kilometer südwestlich von London, befindet sich eines der berühmtesten Wahrzeichen der Welt. Stonehenge besteht aus scheinbar gewöhnlichen megalithischen Steinen und ist wohl der architektonisch anspruchsvollste prähistorische Steinkreis der Welt. Ebenso rätselhaft ist der archäologische Fund allerdings.
Stonehenge gilt daher als eines der faszinierendsten und mysteriösesten Monument der Menschheitsgeschichte.

Er weckt seit jeher das Interesse von Historiker*innen, Archäolog*innen und der breiten Öffentlichkeit. Da sie nicht glauben wollten, dass Stonehenge das Werk von Menschen in einer Zeit sein könnte, in der es an bedeutenden technologischen Raffinessen mangelte, stellten einige die Hypothese auf, dass dieses archäologische Wunderwerk das Werk von Außerirdischen war.
Einer der ungeklärten Aspekte von Stonehenge ist heute der Zweck, zu dem es gebaut wurde. War es ein Heilzentrum, wie einige Theorien vorschlagen? Eine religiöse Stätte oder ein Ausdruck der Autorität der herrschenden Häuptlinge? Die Frage ist seit langem ungeklärt.
Interessant: Forschende fanden kürzlich das „Stonehenge der Niederlande“
Rätselhafte archäologische Funde: Alles auf einen Blick
- Nazca-Linien
- Sanxingdui-Kultur
- Göbekli Tepe
- Kupferrolle von Qumram
- Grab des Tutanchamun
- Ägyptische Pyramiden
- Stonehenge
Quellen: eigene Recherche, ZDFInfo
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