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Strand: Wer das tut, zahlt tausende Euro Strafe

Nicht alles ist am Strand auch erlaubt. Forschende erklären, warum es zum Beispiel Bußgeld geben kann, wenn man Steine mitnimmt.

Mann am Strand
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Bußgelder im Verkehr: Top 3

Im Straßenverkehr drohen bei diversen Vergehen Bußgelder. Diese können allerdings je nach Art des Verstoßes schnell enorm ansteigen. Wir zeigen dir die Top 3 der teuersten Verstöße im Straßenverkehr.

Die Urlaubssaison geht vielerorts gerade erst los. Dabei steht eines oft ganz hoch im Kurs: der Strand. Gerade hier gilt es aber vorsichtig zu sein, wenn die Ferien nicht teuer enden sollen. Steine zu sammeln und mitzunehmen, ist nämlich nicht immer auch erlaubt. Der Grund dafür ist wissenschaftlicher Natur.

Steine sammeln am Strand: Bis zu 9.000 Euro Bußgeld möglich

Egal, ob du dich im Sommer an die heimische Ost- oder Nordsee oder in andere Länder begibst, auch am Strand herrschen jeweils konkrete und strikte Regeln, zumindest wenn es um das Sammeln von Steinen und Sand geht. Je nachdem, wo du dich aufhältst, drohen sogar Gefängnisstrafen.

Besonders teuer kann es unter anderem in England, auf Sardinien in Italien und in der Türkei werden. Wie Bußgeld-Info berichtet, musst du dort mit Geldstrafen zwischen 500 und 3.000 Euro rechnen beziehungsweise dich sogar auf „eine Haft­strafe von bis zu 10 Jahren [sowie] hohe Kautions­zahlungen von bis zu 9.000 Euro“ einstellen.

Auch an den deutschen Küsten ist übrigens Vorsicht geboten. Zwar zahlst du hier nicht für das Mitnehmen – in kleinen Mengen und für den privaten Gebrauch ist das Einsammeln erlaubt. Allerdings gibt es Einschränkungen, wenn sich ein Strand in einem Naturschutzgebiet befindet. Dort siehst du in der Regel entsprechende Schilder. In Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein handelt es sich dabei beispielsweise oft um ein fünfeckiges, gelbes Zeichen mit einer schwarzen Eule, das auf ein geschütztes Gebiet hinweist.

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Das sagt die Forschung

Der Grund für derartige und zum Teil extrem scharf sanktionierte Regeln liegt unter anderem im Natur- aber auch Katastrophenschutz. So stellen Sand und Kieselsteine einen wichtigen Lebensraum für viele Lebewesen dar. Auf der anderen Seite bieten sie einen natürlichen Schutz für Häuser und Infrastrukturen vor der Kraft des Meeres, wie Suzana Ilic und Joseph Earl vom Lancaster Environment Centre der Universität Lancaster erklären.

Das Volumen des Strandes ist entscheidend dafür, wie wirksam er entsprechende Risiken reduziert. Je mehr Kieselsteine und Sedimente sich dort befinden, desto besser kann er die Wellenenergie absorbieren. Werden viele der natürlichen Bestandteile entfernt, geht die Wirkung als natürliche Barriere gegen Überschwemmungen und Erosion nach und nach verloren.

Während eine Person, die ein paar Kieselsteine vom Strand entnimmt, noch keine wesentliche Beeinträchtigung hervorruft, kann der kumulative Effekt vieler Personen dagegen sehr bedeutend sein. Die Entnahme von Steinen und Sand stört dann die natürlichen Sortierprozesse und unterbricht das dynamische Gleichgewicht insgesamt.

Da es für den Hochwasser- und Erosionsschutz wichtig ist, Sedimente im System zu halten, wird laut Ilic und Earl derzeit erforscht, wie Kieselstrände auf Wellen und Stürme reagieren. Diese Forschung ist besonders wichtig, um die Wirksamkeit künstlich angelegter Kiesstrände als Schutz vor Überschwemmungen und Erosionsrisiken an der Küste beurteilen zu können.

Quellen: Bußgeld-Info, Science Alert

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