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„Extreme Hitze“ erwartet: Forscher prognostizieren Horror-Sommer

Weltweit fordert die extreme der vergangenen Wochen Opfer. Besonders stark betroffen sind sehr junge und sehr alte Menschen.

Skyline vor einer untergehenden Sonne
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Klimawandel: Die Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft

Der menschengemachte Klimawandel verändert unsere Welt mit vielfältigen Folgen. Welche Bereiche sind akut betroffen?

Regenschauer, sengende Hitze, schwere Gewitter, milder Sonnenschein mit einem lauen Lüftchen – so recht scheint sich der Sommer in Deutschland nicht entscheiden zu wollen, was er denn nun ist. Allerdings muss es nicht dabei bleiben. So lässt sich am Beispiel etlicher Länder weltweit erkennen, worin der Sommer 2024 noch ausarten kann. Sie sind geplagt von extremen Hitzewellen, die in einigen Fällen sogar tödliche Temperaturen erreichen.

Hitzewellen fordern 2024 erste Leben

Das berüchtigte Death Valley im US-Bundesstaat Kalifornien erreichte Anfang Juli bereits Temperaturen von fast 45 Grad Celsius (°C). Erst einen Tag zuvor erlag ein Motorradfahrer dort den hohen Temperaturen. Auch Las Vegas brach mit 48,9 °C seinen bisherigen Hitzerekord. Nach Angaben des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus der Europäischen Union war jeder der vergangenen 13 Monate der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen für diesen Monat. Im Sommer führt das auch in diesem Jahr zu erheblichen Hitzewellen.

„Dies ist mehr als nur eine statistische Kuriosität und verdeutlicht eine große und anhaltende Veränderung unseres Klimas“, betonte Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus Climate Change Service (C3S). „Selbst wenn diese besondere Serie von Extremen irgendwann zu Ende geht, werden wir zwangsläufig neue Rekorde erleben, wenn sich das Klima weiter erwärmt. Dies ist unvermeidlich, wenn wir nicht aufhören, Treibhausgase in die Atmosphäre und die Ozeane zu leiten.“

Ein besonders fatales Beispiel bot sich im Rahmen der islamischen Pilgerfahrt Haddsch im saudi-arabischen Mekka. Der Associated Press (AP) zufolge forderte die extreme Hitze dort mehr als 1.300 Leben. Am 17. Juni habe die Temperator dort über 51 °C erreicht. „Hitzewellen sind zwar ein natürlicher Bestandteil des Klimas, aber die Schwere und das Ausmaß der bisherigen Hitzewellen im Jahr 2024 sind nicht ’nur Sommer'“, erklärten die Professoren Mathew Barlow und Jeffrey Basara von der University of Massachusetts Lowell in einem Beitrag für The Conversation.

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Gefahr für alt und jung

Zwar handele es sich beim Sommer 2024 um den heißesten der Vergangenheit, allerdings merken Barlow und Basara an, dass es sich um den kühlsten Sommer der Zukunft handeln könnte. In einem weiteren Beitrag warnten auch Forschende der Universitäten Boston und Venice „Hitzewellen können tödlich sein“. Sie machten darauf aufmerksam, dass insbesondere auf junge Kinder und ältere Menschen Acht zu geben sei.

„Extreme Hitze verschlimmert häufige altersbedingte Erkrankungen wie Herz-, Lungen- und Nierenkrankheiten und kann zu Delirium führen“, erklärten sie. „Ältere Menschen schwitzen nicht mehr so viel wie jüngere, was es ihrem Körper erschwert, sich abzukühlen, wenn die Temperaturen in die Höhe schnellen. Diese Probleme werden durch häufig verschriebene Medikamente wie Anticholinergika verstärkt, die die Fähigkeit zu schwitzen weiter verringern.“

Neben den derzeitigen Hitzewellen erschwert auch die anhaltende Luftverschmutzung das Atmen und bringt weitere, teils tödliche Leiden mit sich. Im Rahmen eines Focus Seminars des Journal of the American College of Cardiology (JACC) betonten Forschende wie Professor Jason Kovacic vom australischen Victor Chang Cardiac Research Institute, dass in Fragen der Letalität Kriege, Terror, Malaria, das Humane Immundefizienz-Virus (HIV), Tuberkulose, Alkohol und andere Drogen zusammen durch die weltweite Luftverschmutzung übertroffen würden.

Quelle: Copernicus; Associated Press; The Conversation

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