Mit einem aktuellen archäologischen Fund mitten in London konnten Forscher*innen ein bislang unbekanntes, riesiges Gebäude entdecken. Offenbar war die antike Version der heutigen britischen Hauptstadt sehr viel besser ausgebaut als bisher gedacht.
Archäologischer Fund: Eine Stadt unter der Stadt
Die Geschichte Londons ist nicht leicht zu erforschen, da sich die Ruinen der Vergangenheit direkt unter der heutigen Stadt verbergen. Das erschwert Grabungen besonders, dennoch kommt es hin und wieder zu einem signifikanten archäologischen Fund. So auch vor kurzem, als Forscher*innen die Ruinen einer gewaltigen antiken Basilika entdecken konnten. Diese stammt aus der Zeit des römischen Londons, als die Stadt ihre erste Blütezeit erlebte.
Der archäologische Fund ist damit nahezu zweitausend Jahre alt, wobei die Fundamente der Basilika bis heute überleben. Wie die BBC berichtet, löste die Entdeckung unter den beteiligten Forscher*innen große Begeisterung aus. So erklärte Sophie Jackson vom Londoner Museum für Archäologie: „Es ist einfach großartig.“ Solche Funde direkt unter der modernen Stadt beweisen demnach, dass sich überall noch Relikte vergangener Zeiten verbergen, wenn man nur danach suche.
Eine Basilika war im alten Rom, anders als heute, wo sie eher eine Kirche bezeichnet, ein Treffpunkt für das Volk. Oft befand sie sich in der Nähe eines Forums, als einer Art Markt- und Treffplatz, und bot ein Dach für Verkaufsstände, Versammlungsräume, religiöse Praktiken und weitere Zwecke. Der archäologische Fund belegt, dass auch im antiken London eine solche Vorrichtung schnell aufgebaut wurde.
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Auch die Themse führt nach Rom
Dass gerade im heutigen London viele archäologische Funde aus antiker Zeit gemacht werden können, liegt an der Geschichte der Stadt. Nach der Eroberung des heutigen Englands durch General Agricola bis etwa 77 nach Christus (n. Chr.) begann der Aufstieg der damaligen Siedlung „Londinium“ zu einem örtlichen Zentrum. Das lag an der Position der Stadt: Londinium befand sich direkt an der Mündung der Themse, die schon damals ein wichtiger Transportweg ins Landesinnere war.
Damit ist London eine der ältesten nachweisbaren Städte auf den britischen Inseln. Die antike Siedlung wurde schnell zum Sitz der Regierung der örtlichen Provinz „Britannia Superior“, wo die Römer auch eine große Garnison unterhielten. Mit dem Niedergang der römischen Zentralmacht im vierten und fünften Jahrhundert n. Chr. ging auch diese Provinz nach und nach verloren, womit auch Londinium seinen Status wieder verlor.
Erst mit der neuerlichen Eroberung durch die Normannen 1066 wurde London wieder die Hauptstadt des damaligen Königreichs England. So erlangte die Stadt erst fünfhundert Jahre nach römischer Zeit die Position, die der archäologische Fund so eindrucksvoll beweist.
Quellen: BBC News
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