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Alaska: Forscher machen beunruhigende Erkenntnis – „mehr Erdbeben als normal“

Forschende in Alaska haben eine Zunahme an Erdbeben gemessen. Diese könnten einen Vulkan zum Ausbruch bringen.

Ein Seismograf zeichnet Erdbeben auf.
© Negro Elkha - stock.adobe.com

So funktionieren Vulkane

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Seit Monaten beobachten Wissenschaftler*innen in Alaska eine steigende seismische Aktivität unter dem Mount Spurr. Der Vulkan, rund 124 Kilometer von Anchorage entfernt, sorgt mit zunehmenden Erdbeben für Besorgnis. Die Expert*innen des Alaska Volcano Observatory (AVO) warnen nun, dass ein Ausbruch möglich sei.

Vulkan in Alaska droht auszubrechen

Besonders auffällig: Die Zahl der Erdbeben hat sich stark erhöht. „Seit vielen Monaten gibt es mehr Erdbeben als normal“, erklärte Matt Haney vom US Geological Survey gegenüber Live Science. Noch besorgniserregender sei jedoch, dass die Erschütterungen nicht mehr nur unter dem Gipfel, sondern in Richtung Crater Peak wandern. Diese Seitenöffnung des Vulkans war bereits 1953 und 1992 aktiv.

Laut AVO liegt die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs derzeit bei 50:50. Die Forscher*innen vermuten dabei, dass sich neues Magma in der Kruste des Berges sammelt. Sollte es an die Oberfläche gelangen, könnte dies zu explosiven Eruptionen führen. „Die gegenwärtige Unruhe am Mount Spurr deutet stark darauf hin, dass neues Magma in die Kruste unter dem Vulkan eingedrungen ist“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Im Falle eines Ausbruchs drohen Aschewolken, die sich über Hunderte von Kilometern ausbreiten könnten. Schon 1992 legte ein Ausbruch am Crater Peak den Flughafen von Anchorage lahm und bedeckte die Stadt mit Asche. Matt Haney betonte, dass eine erneute Eruption den Flugverkehr zwischen Nordamerika und Asien erheblich stören könnte.

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Forscher warten auf mehr Anzeichen

Die Forscher*innen halten jedoch auch ein anderes Szenario für möglich: dass die Erdbeben allmählich nachlassen und es nicht zu einem Ausbruch kommt. Ein drittes, unwahrscheinlicheres Szenario wäre ein Gipfelausbruch, der große Mengen Gletschereis schmelzen und dadurch Schlammlawinen verursachen könnte.

Der Vulkan wird weiterhin rund um die Uhr überwacht. Die Forscher*innen analysieren seismische Messungen, Bodendeformationen und Infraschallsignale. Besonders achten sie auf langfristige seismische Erschütterungen, die auf eine bevorstehende Eruption hindeuten könnten. „Wenn wir diese länger anhaltenden Erschütterungen sehen, wäre das ein klarerer Hinweis auf einen sicheren Ausbruch“, so Haney. Noch bleibt aber unklar, wie sich die Lage weiterentwickelt.

Quellen: Live Science, Alaska Vulkan Observatorium

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