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Archäologie: Forscher untersuchen Hunderte Knochen aus der Themse – „es geschah wirklich etwas Bedeutendes“

Menschliche Knochen sind als archäologischer Fund nicht unbedingt bemerkenswert. In der Themse wurde in den letzten Jahren jedoch verdächtig viele von ihnen entdeckt. Sie haben wohl eine lange Geschichte hinter sich.

Tower Bridge in London mit Themse
© Robert - stock.adobe.com

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Bereits seit dem 19. Jahrhundert werden immer wieder menschliche Skelette aus der Themse geborgen, welche unter anderem durch London fließt. Die Menge solcher archäologischen Fund übersteigt die Anzahl erwarteter Knochenfunde bei weitem. Das liegt wohl auch an einem neu entdeckten Muster.

Archäologischer Fund: Themse-Knochen stammen hauptsächlich aus Bronze- und Eisenzeit

Warum so viele menschliche Überreste im zweitlängsten Fluss Großbritanniens gefunden werden, ist bisher nicht bekannt. Die Ansammlung durch große Schlachten, vermehrtes Ertrinken oder eine Vielzahl von Wasserbestattungen sind allesamt mögliche Ursachen für die zahlreichen archäologischen Funde.

Ein Forscherteam hat sich der Knochen angenommen und ihre Ergebnisse vor kurzem in einer neuen Studie veröffentlicht. Und auch wenn die Forscher und Forscherinnen weiterhin keine genaue Begründung liefern können, bringt die Veröffentlichung einige wichtige Erkenntnisse hervor.

„Wir können nun mit Sicherheit sagen, dass diese Knochen sich anscheinend nicht einfach nur über die Zeit im Fluss angesammelt haben“, erklärt Nichola Arthur, ihres Zeichens leitende Autorin der Studie, gegenüber Live Science. „Es geschah wirklich etwas Bedeutendes in der Bronze- und Eisenzeit“, führt sie weiter aus.

Der Grund für ihre Aussage: Die meisten der untersuchten Knochen stammen aus der Zeit von 2300 bis 800 vor Christus, was der Bronzezeit entspricht, und der Zeitspanne von 800 vor Christus bis 43 nach Christus, in welcher sich die sogenannte Eisenzeit befindet.

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Verschiedene Theorien realistisch

Die Wissenschaft legt diverse Theorien vor, welche die Erkenntnisse der Studie begründen könnten. Die Studienleiterin betrachtet insbesondere die Möglichkeit, die menschlichen Überreste könnten Teil eines größeren Musters sein, wonach prähistorische Menschen Skelette aus religiösen Gründen in der Themse platziert haben könnten, ins Gespräch.

Doch auch andere Ursachen scheinen sinnvoll zu sein, um die Menge an Skeletten zu erklären. Chris Knüsel, ein Bioarchäologe, sieht noch eine weitere Möglichkeit. Er erklärt gegenüber Live Science, die Überreste könnten eine Folge von zahlreichen gewaltsamen Auseinandersetzungen über Land an der Themse gewesen sein.

Besonders in der prähistorischen Zeit waren gewaltsame Auseinandersetzungen über Land an Gewässern gang und gäbe, denn hier sind exzellente Voraussetzungen für eine landwirtschaftliche Bewirtung gegeben. Knüsel zufolge unterstützen passende Knochentraumata an den archäologischen Funden seine These.

Quelle: „Human remains from the River Thames: new dating evidence“ (Cambridge University Press; 2025); Live Science

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