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Archäologischer Fund zeigt seltene Struktur aus legendärem Imperium – „eine einzigartige Enteckung“

Wer wissen will, wie antike Gesellschaften funktionierten, sollte sich mit der Archäologie befassen. Diese kann auch Erkenntnisse über die Wirtschaft liefern.

Frau untersucht archäologischen Fund (KI-generiertes Bild)
© futurezone.de via Midjourney

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Bei einem archäologischen Fund in Spanien gelang es Forscher*innen, eine einzigartige Struktur sicherzustellen. Dabei handelt es sich um eine antike Geldpresse, die einige interessante Lehren über die Zeit mit sich bringt.

Archäologische Fund: Aus Stein mach Geld

Normalerweise zeigt sich eine Region, die in der Antike von außerordentlicher Wichtigkeit war, auch durch viele archäologische Funde. Anders ist das jedoch bei einigen Gegenden in Spanien, wo bislang kaum Entdeckungen gemacht wurden. Das überrascht angesichts der zentralen Signifikanz der hispanischen Halbinsel für das Römische Reich. Denn dort befanden sich die wichtigsten Silber-, Gold- und Bleiminen für das Imperium. Bis vor kurzem zeigte sich das jedoch nicht in der Archäologie.

Nun gelang einigen Forscher*innen ein archäologischer Fund, der endlich den wichtigen Status von Hispanien für die antike Geldherstellung beweist. Dabei handelt es sich um eine Gussform aus Stein, die dazu genutzt wurde, um Münzen zu prägen, wie die Forscher*innen in ihrer Studie angeben. Von dort aus drangen die massenhaft hergestellten Sesterze (die römische Standardwährung), die Denare (eine etwas höherwertige Währung) oder Aurei (der römische Goldstandard) in das ganze Reich.

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Deswegen ist die Entdeckung wichtig

Dabei gab es grundsätzlich zwei Arten von Münzprägestätten, die in Hispanien angesiedelt wurden. Einerseits lagerte man dort eine ständige Produktion an, die täglich Münzen für die Wirtschaft herstellte. Solche ständigen Werkstätten waren für die Antike üblich, dort wurde meist eher auf Nachfrage produziert, woraufhin die jeweiligen Arbeitgeber*innen Tagelöhner*innen anheuerten. Der archäologische Fund weist allerdings auf eine ständige Produktion hin.

Zentral ist dabei auch, zu bestimmen, um welche Münzen es sich hier handelte. Mithilfe verschiedener Diagnosemethoden konnten die Forscher*innen Rücklagerungen von Bronze an den Steinen aufspüren. Das zeigt, dass hier die Standardwährung Roms geprägt wurde, nämlich der Sesterz. Dabei ist der archäologische Fund bislang der einzige seine Art in Hispanien. Wichtig ist das vor allem, weil hier nicht nur Geld produziert wurde. Herrscher*innen prägten auch ihre Bilder auf die kleinen Metallplatten, wodurch bei jeder Bezahlung die Kaiser*innen präsent waren.

Quellen: „Dealing with the archaeological invisibility of the Iberian mints: A technological and contextual analysis of the first stone mould for blank coin production found in Hispania“ (Journal of Archaeological Science: Reports, 2025)

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Das Titelbild dieses Artikels wurde von der Redaktion unter Verwendung Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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