Nach abgesicherten Finanzen in diesem Jahr rechnen die gesetzlichen Krankenkassen auch 2024 mit einem Defizit. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte deshalb vor wenigen Tagen an, dass die Krankenkassenbeiträge dementsprechend ab 2024 ansteigen dürften. Schon ab dem 1. Juli sei zudem mit einer weiteren Änderung zu rechnen.
Krankenkasse: Beiträge steigen wahrscheinlich wieder
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, werde es keine Leistungskürzungen geben. Stattdessen rechne man angesichts des Milliardenlochs mit erhöhten Beiträgen zur Krankenkasse. Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) äußerte sich der Minister ganz konkret dazu folgendermaßen:
„Finanzminister Christian Lindner hat klargemacht, dass die Steuerzuschüsse an die gesetzliche Krankenversicherung nicht erhöht werden können. Mit mir wird es keine Leistungskürzungen geben. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wird daher im nächsten Jahr erneut leicht steigen müssen.“
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat zu den Beiträgen bereits eine Prognose erstellt. Da man von einer Lücke zwischen 3,5 Milliarden und 7 Milliarden Euro ausgeht, würde sich ohne gegensteuernde Maßnahmen ein Anstieg von 0,2 bis 0,4 Prozentpunkten beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag ergeben.
E-Rezept soll zum 1. Juli kommen
Neben der vorhergesagten Erhöhung der Krankenkassenbeiträge kündigte Lauterbach aber auch die Einführung des elektronischen Rezeptes an. Damit soll es Versicherten erstmals möglich sein, einsprechende Dokumente über ihre Versichertenkarte abzurufen.
„Das E-Rezept ist endlich alltagstauglich“, bestätiget er gegenüber dem RND. Zudem sollen bis Ende Juli etwa 80 Prozent der Apotheken an das System angeschlossen sein.
„Wenn die Patienten ihre Versichertenkarte in den Apotheken in die Lesegeräte einstecken, liegt das E-Rezept dann bereits in der Datenbank vor. Es geht jetzt mit der Digitalisierung los.“
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Redaktionsnetzwerk Deutschland
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